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Apotheker für Offizinpharmazie
Markus Kerckhoff

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Gewürze von A bis Z

Viele Gewürzpflanzen sind Stauden, also Dauergewächse, die man vegetativ vermehren und klein halten kann. Man kauft sie bei Spezialgärtnereien oder zieht sie aus Samen selbst heran. Gewürze aus dem fernen Ländern lassen sich dagegen oft nicht selbst anziehen.

Wie sie auch noch im Volksmund genannt werden, und ihren „Kücheneinsatz“ erfahren wir im Folgenden:

Anis , Aniskörner, von der Pimpinella anisum (Anis-Pimpinella) stammend, die in Ägypten, Syrien, Griechenland und auf Zypern heimisch ist. Der Duft beruht auf einem ätherischen Öl. Vielfache Verwendung als Backgewürz, für die Likör-herstellung und als Tee.

Basilikum (Ocimun basilicum), auch Basilkraut, Hirnkraut, Josefskräutlein, Königskraut, Pfefferkraut oder Suppenbasil; überall in Europa verbreitetes, herb-würzig duftendes Kraut aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae); frisch geeignet als Gewürz für Salate und Kräutersaucen, zu Rohgemüse, Kräuterquark und Gurken.

Beifuß (Artemisia vulgaris), auch Weiberkraut, Wilder Wermut, Gänsekraut, Johanniskraut; bis 1,50 m hoch werdende Staude aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae); wild wachsend an den Wegrändern, Mauern und auf dem Ödland; besonders die Rispen mit geschlossenen Knospen sind zur Verwendung als Gewürz am besten geeignet; Blätter müssen vor der Verwendung abgezupft werden; wird als Würze bei Enten- und Wildschweinbraten, bei pikanten Saucen und Salaten, zu gebratenen Aal und Kalbshaxe; zu Kartoffel-, Zwiebel- und Fleischsuppen verwendet.

Bibernelle (Pimpinella saxifraga), auch Pimpernelle; ausdauernde Pflanze aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Geschmack würzig-brennend, leicht nach Gurken, die rundlichen Fiederblättchen der Pflanze dienen als Würze bei Salaten und Kräutersaucen, Gemüsesuppen und Aal; mit anderen Küchenkräutern gemischt, gut zu Kräuteressig; wenig geeignet zum Trocknen.

Bohnenkraut (Satureja hortensis), auch Pfefferkraut; bis zu 60 cm hoch werdenes einjähriges Kraut aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae); schon im 16. Jh. Als Heil- und Gewürzkraut bekannt; Blätter oder Stängel vornehmlich frisch zu verwenden, von stark aromatisch-würzigem Geruch (Pfefferkraut!), nur die zartesten Blattspitzen dienen als Gewürz bei Gurkensalat und Rohgemüsen; sonst verwendet zu Gemüseeintopf aus Bohnen oder anderen Hülsenfrüchten, Wirsing, Weiß- oder Rotkraut, Salate aller Art; bestens geeignet für gekochten Fisch, Hammelfleisch, Ragout oder Huhn; Bohnenkraut verträgt sich gut mit Estragon, Petersilie, Schnittlauch oder Zitronenmelisse.

Borretsch (Borago officinalis), auch Gurkenkraut , Gurkenkönig, Herzfreude; 50-70 cm hoch werdende Pflanze aus der Familie der Raubblattgewächse (Boraginaceae); als Würze geeignet sind nur die zarten frischen Blätter, manchmal auch die blauen Blüten; würzig-angenehm schmeckend mit leichten Gurkenanklang; in erster Linie für Gurkensalat geeignet; weitere Verwendung für Krautgemüse, weiße Bohnen, Schwarzwurzeln, Rohkostgerichte, Hammelfleisch, Saucen und Kräuteromeletts; das Gewürz darf nicht mit gekocht werden.

Brunnenkresse (Nasturtium officinale), auch Wasser- und Wiesenkresse, Wassersenf; wild wachsend an oder in Quellen, Bächen, Wassergräben; wird in Wasserbecken gezogen; ausdauernde Pflanze aus der Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae); vorzüglicher Vitamin-C-Spender; als Brunnenkressensalat zu Tomaten- oder Kopfsalat, Suppen und Bratkartoffeln; Beilage und als Garnitur zu kalten Platten; reich an Bitterstoffen, ätherischen Ölen und Vitamin E; die Blättchen werden vor der Blüte gesammelt; dient auch der Blutreinigung.

Dill (Anethum graveolens), auch Dille, Dillkraut, Düll, Gurkenkräutel, Kapernkraut, Till; einjährige Pflanze aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae); bis 1,20 m hoch werdend; verwendet werden die zarten Blättchen, deren Würzkraft vor der Blüte am stärksten ist; gehackt oder gerebelt zu Suppen aller Art (Kartoffel-Bohnen-, Fischsuppen); beliebt bei Kopf-, Tomaten- oder Kartoffelsalat; geeignet für Bohnen-, Erbsen-, Kohlrabi-, Gurken- oder Zucchettigemüse; bei Fisch besonders als Kochwürze zu Schleie, Karpfen, Forelle oder Aal; vorzügliches Gewürzkraut.

Estragon (Artemisia dracunculus), die bis 1,50 m hoch werdende Pflanze aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae) wird vor allem in Frankreich sehr geschätzt; nur die jungen Triebe dienen frisch oder getrocknet als Gewürz; Estragonessig oder –senf auch bei uns beliebt; passt als Gewürz u. a. zu Salaten aus Fleisch, Spargel, Gurken, Kartoffeln, Tomaten, Chicoree und grünem Salat; an Geschmack gewinnen Wild, Huhn, Roastbeef und Sauerbraten; auch für Saucen und Diätkost verwendbar; dient zum Abschmecken pikanter Suppen, zum Einmachen von Gurken und zu Thunfisch; vorsichtige Dosierung, da der aromatische Geschmack sich sehr leicht vordrängt.

Fenchel (Foeniculum vulgare var. dulce), auch Gartenfenchel, Süßfenchel; die Staude aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae) wird hauptsächlich wegen ihrer kleinen Früchte kultiviert, die man als Aromazusatz für Liköre und getrocknete Feigen benutzt. Der Süßfenchel war bereits im Altertum bekannt. Erst später kam die Pflanze nach Arabien. Das im Fenchelsamen enthaltene Öl war als Heilmittel bekannter als heutzutage. Es findet bei der Herstellung von Bonbons und Lakritze sowie als Tee Verwendung. Fenchel wird ebenso in der Küche als Gewürzkraut verwendet, da seine Blättchen einen leichten Anisgeschmack haben, wird bei Fisch und Saucen gebraucht; auch als Knollen- oder Stängelgemüse, das gekocht oder roh (als Salat) verzehrt werden kann, verwendet.

Gartenkresse (Lepidium sativum), auch Kresse; wird mit sehr kleinen Blättchen und rettichartigem Geschmack als Würzkraut für Eier- und Quarkspeisen, Salate und Suppen verwendet.

Gewürznelken, Nägelein, getrocknet Blütenknospen des Nelkenpfefferbaumes (Syzygium aromaticum); stark aromatisch. Sie werden für Kompotte, Gemüse (Rotkohl), Marinaden, Glühwein und Backwerk verwendet.

Kaneel, feine Zimtrinde des jungen Zimtbaumes (Cinnamommum verum)=(Stangenzimt); zum Würzen von Suppen, Soßen, Kompotten u. Ä. verwendet.

Kapern, auch Kabar, Kappar; die echten Kapern sind in Essig eingelegte Blütenknospen des Kapernstrauches (Capparis spinosa) aus der Familie der Kaperngewächse (Capparidaceae); ersatzweise werden sie auch aus den Blütenknospen der Kresse, der Dotterblumen und des Besenginsters gewonnen; als leicht säuerliches Gewürz zu hellen Saucen, Hackfleisch und Salaten verwendet; die Früchte und jungen Blättchen können ebenfalls als Gewürz gebraucht werden; der Kapernstrauch fand früher wegen seiner harntreibenden, adstringierenden und tonischen Wirkung, vor allem von Rinde und Wurzel, Verwendung.

Kerbel (Anthriscus cerefolium), auch Gartenkerbel, Körfel- oder Kuchelkraut, Küchengewürz; 30-60 cm hoch werdende Pflanze aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae), die oft mit Petersilie verwechselt wird; seit langem bekannt ist die Kerbelsuppe; seine frischen Blättchen dienen zum Würzen von Saucen und Suppen, Kräuterbutter und Quark; Verfeinerung von Rohgemüsen und Salaten; gemahlener Kerbel zu gebratenem oder gegrilltem Fleisch, Eierspeisen und Saucen für Geflügelgerichte.

Knoblauch (Allium sativum), auch Knoblich, Knofel, Knowlich, Lauchkraut, Stinkerzwiebel; bis 70 cm hoch werdende Pflanze aus der Familie der Lauchgewächse (Alliaceae); scharf und durchdringend riechende Knoblauchzehen von schwach brennendem Geschmack; das in ihnen enthaltenen Öl wird als „Knoblauchgeruch“ durch Atem oder Poren ausgeschieden; verwendbar bei Hammelfleisch und fetten Braten, Knoblauchwürze wird zu Salami u.a. Wurstsorten verwendet; Gewürz in zarten Gaben bei Rosenkohl, Möhren und Spinat, Kartoffelsuppe, Fonduegerichten, Saucen und Quark; auch Heilpflanze.

Koriander (Coriandrum), im Mittelmeergebiet angebautes Gewürz, das hauptsächlich für Aachener Printen verwendet wird; sonst zum Einreiben von fettem Schweinefleisch, zu vielen exotischen Gerichten, Marinaden und zur Wurstbereitung gebraucht.

Kümmel (Carum Carvi), auch Gemeiner Kümmel, Wiesenkümmel; 70 –100 cm hoch werdende ein- bis mehrjährige Pflanze aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae); wohl das älteste in Europa heimische Gewürz; seine Spaltfrüchtchen riechen angenehm aromatisch und lassen sich vielseitig einsetzen; Kümmel eignet sich zu Kartoffelgerichten, Kohlgemüse, Spinat, Rote Rüben, Sauerkraut, Quark, ist bei Schweinefleisch, Gänse- und Sauerbraten beliebt, ebenso wie bei Käse, Suppen und Saucen; er findet als Brotgewürz Verwendung bei Kümmelbrötchen, -brezeln und –stangen; Kümmelöl wird bei der Likörbereitung geschätzt, auch Heilpflanze.

Kurkuma (Curcuma longa), Gelwurz, Tumeric, ingwerartiges Gewürz, das einen Hauptbestandteil des Curry bildet; gibt den Speisen eine gelbe Farbe, ist aber weder so teuer noch so wohlschmeckend wie Safran.

Lavendel (Lavendula angustifolia), Heilpflanze; fein gehackt, verleiht die jungen Blätter Lammfleisch und Fischsaucen einen rosmarinähnlichen Geschmack; sparsam verwenden.

Liebstöckel (Levisticum officinale), auch Bade- oder Maggikraut, Leberstockkraut, Lieberstöckel; ausdauernde, bis 2 m hoch wachsende Pflanze aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae); mit doppelt gefiederten, wenig gezähnten Blättern, die seltsam würzig riechen, zuerst süßlich, dann scharf, und ein wenig bitter schmecken; sie sind frisch oder getrocknet, immer aber äußerst sparsam zu verwenden; zu grünem Salat, Rohkost, Spinat oder Kohlrabi, Kartoffel-, Sellerie-, Blumenkohl- und Frühlingssuppe; bei Rind- und Hammelfleisch, ebenso Geflügel-, Hühner-, und Fleischbrühe.

Lorbeerblätter, getrocknete grüne Blätter des im Mittelmeerraum heimischen Lorbeerbaumes (Laurus nobilis), die in der Küche vielfache Verwendung finden; zu Sauerkraut, Marinaden, und Fischsud, zu Wild, Fleischragouts und Sauerbraten.

Majoran (Majorana hortensis), auch Mairan, Echter Majoran, Wurstkraut; bei uns einjährige, 20 – 50 cm hohe, filzig behaarte Pflanze aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae); eines der wichtigsten Gewürzkräuter; wird vor allem bei der Wurstfabrikation verwendet, so bei Blut- und Leberwürsten; dient im Haushalt zum Würzen von Ragouts, Gänse-, Enten- und Hackbraten, vielen Saucen, Kartoffel- und Hülsenfruchtsuppen, Salz- und Bratkartoffeln.

Mandeln, stark ölhaltige Samenkerne des im Mittelmeergebiet angebauten Mandelbaumes (Terminalia catappa); aromatisches Gewürz in der Weihnachts-bäckerei; geschnittene oder geraspelte Mandeln zu verschiedenen Gerichten der feineren Küche.

Meerrettich (Armoracia rusticana), auch Bauernsenf, Gren, Kren, Waldrettich; von der Pflanze aus der Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae) werden die fleischigen, langen und dicken Wurzel verwendet, ausdauernd; roh geriebener oder geraspelter Meerrettich als Beilage zu Fischgerichten, Rumpsteak und ähnlichem Kurzgebratenem sowie als Zutat zu pikanten Saucen, Sahnemeerettich, Meerrettichmayonaisen, Apfelmeerrettich wird aus geriebenem und gekochtem Meerrettich zubereitet.

Minze, Pfefferminze (Mentha piperita), auch Edel- oder Teeminze; die bei uns gezüchtete Pfefferminze aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) ist aus drei wild wachsenden Minzearten hervorgegangen; spielt bei uns als Gewürz kaum eine Rolle, doch lassen sich Fruchtsalate, Gemüse wie Möhren und Erbsen, Fleisch vom Hammel sowie Pasteten mit Minze verfeinern; dient als Zusatz zu Likören, Essenzen, Süßwaren.

Muskatblüte, Macis, getrockneter roter Samenmantel der Muskatnuss, aber zarter im Geschmack; wird vor allem für Weihnachtsgebäck verwendet, aber auch für gekochtes Fleisch oder Wurst.

Musaktnuss, vom Samenmantel befreiter Same in der pfirsichgroßen Beere des Muskatnussbaumes (Myristica fragans), gerieben als Gewürzmittel, verwendet für Spinat, Blumenkohl, Kartoffel- und Käsespeisen sowie helle Saucen und Suppen; ein zuviel ist schädlich.

Olive, Frucht des Ölbaums (Olea europaea), in der orientalischen Küche vielfach verwendet als Gewürz von Reis- und Fleischgerichten, bei uns als Cocktailbissen oder als Beilage zu kalten Platten.

Oregano (Majorana hortensis), feine wild wachsende Majoransorte, die besonders in der italienischen Küche vielfache Verwendung findet.

Petersilie (Petroselinum crispum), auch Peterle, Peterlein, Peterling; ein zwei- bis mehrjähriges Kraut aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae); wächst angebaut überall in Europa, kommt verwildert vor als Blattpetersilie mit gekrausten oder glatten Blättern; als Wurzelpetersilie verwendet man die fleischig verdickte Wurzel; mit Blattpetersilie werden Fleisch- und Fischgerichte garniert; zur Vorratshaltung wird die frische Petersilie, grob zerkleinert, in ein Glasgefäß mit Salz gefüllt; Wurzelpetersilie ist unverzichtbarer Bestandteil des Suppengrüns, dabei wird die Wurzel mit gekocht.

Piment, Nelkenpfeffer, Neugewürz, getrocknete, unreife Früchte des tropischen Pimentbaumes (Pimenta dioica), bei uns als „Gewürzkörner“ im Handel; Allzweckgewürz, dessen Geschmack zwischen Nelken und Pfeffer liegt.

Pinienkerne, Pignoli, ähnlich wie Mandeln schmeckende Kerne der Pinie (Pinus pinea), mit hohem Ölgehalt.

Pistazien, essbare grüne Fruchtkerne des Pistazienbaumes (Pistacia vera), aus dem Mittelmeergebiet; mandelähnlicher Geschmack; dient zur Verziehrung von Gebäck und Konfekt.

Pomeranze (Citrus aurantium), kleine Bitterorange; die kandierten Schalen liefern das Orangeat.

Porree (Allium pornum), auch Breitlauch, Burri, Lauch, Winterlauch; gehört zu den Würzgemüsen aus der Familie der Lauchgewürze (Alliaceae); dient gleichzeitig auch als Gewürzpflanze; länglich-lanzettliche Blätter, 40 – 60 cm lang, sie werden zum Würzen von Suppen und Saucen verwendet, gekocht oder gedünstet als Salat oder Gemüse; in rohem Zustand zu Eintöpfen und Rohkost, Wurst-, Fleisch-, Kartoffel- und Erbsensalaten; gut zu gebrauchen bei Rindfleisch und Brühe; die sich während des Wachstums bildenden kleinen Nebenzwiebeln, den Perlzwiebeln verwandt, werden ebenfalls als Gewürz oder Saucenzutat verwendet.

Potulak (Potulaca oleracea ssp. sativa), auch Kreussel; Kräuter aus der Familie der Potulakgewächse (Portulaceae); verzweigte, saftige Stängel, fleischige längliche Blätter, gelbe Blüten; verwendet werden die jungen Potulakblättchen als würziger Spinat; fein gehackt, verfeinern sie grünen Salat, Gemüse- und Frühlingssuppen, Kräuter- und Tomatensaucen und Quark; Potulakknospen waren in früheren Zeiten ein Kapernersatz.

Quendel (Thymus serpyllum), auch Feldthymian, Gundelkraut, Marienbettstroh, Rain- oder Feldkümmel, Wilder Thymian, Wurstkraut; ausdauernder immergrüner Halbstrauch aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae); wild wachsend an Wegrändern, auf Wiesen und an trockenen Hängen, ist mit dem Gartenthymian verwandt und wird ebenso wie dieser verwendet; Destillat aus Quendel ist Bestandteil mancher Kräuter- und Bitterliköre; auch Heilpflanze.

Rosmarin (Rosmarinus officinalis), auch Rosemarie, Weihrauchkraut; im Mittelmeerraum heimischer, immergrüner Halbstrauch aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae), dessen nach der Blüte gesammelte Blätter als Gewürz dienen, kommt als Gewürz bei uns in den Handel und dient zum Würzen von Hammel-, Schweinefleisch und Wild, Suppen und Saucen, ferner beliebt bei Gemüsegerichten und Tomaten; Gewürzzusatz bei Salz- und Bratkartoffeln.

Safran (Crocus sativus), auch Safranwürze, Suppengelb; zur Familie der Schwertliliengewächse (Iridaceae) gehörende Pflanze. Als Gewürz nutzt man die getrockneten Narbenschenkel des Safran-Krokus. Bei der Ernte werden die Narbenschenkel abgetrennt; aus ihnen wird das Safrangelb gewonnen. Es ist ein sehr teures Gewürz, da für ein Kilogramm etwa 80.000 Blüten gepflückt werden müssen. Es riecht kräftig und schmeckt würzig-bitter; Im Altertum spielte es eine große Rolle; heute wird es hier und da noch als Färbemittel benutzt und für Backwaren, Teigwaren, Butter und Käse verwendet, ebenso bei Kräuterlikören.

Salbei (Salvia officinalis), auch Garten- oder Königssalbei, Geschmacksblatt, Muskatellerkraut; im Mittelmeergebiet heimischer Halbstrauch aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae); die würzig duftenden Blätter passen zu diversen Fleischgerichten wie Hackfleisch, Steaks, Schaschlik aus Hammelfleisch, Lammbraten, Kalbsschnitzel, Füllung von Gänsebraten, Eintöpfen und zu delikaten Kräuteromeletts; am besten geeignet für Fischspeisen und Lebergerichte; man verwendet frische Salbeiblätter oder reibt das Fleisch mit getrockneten oder zerriebenen Salbei ein; außerdem findet Salbei als Heilpflanze Verwendung.

Sauerampfer (Rumes acetosa), auch Feldampfer, Gartenampfer, Wiesenampfer; wild wachsende Pflanze aus der Familie der Knöterichgewächse (Polygonaceae) auf Wiesen, Feldrändern und Böschungen; als Gemüse geeignet, doch auch fein geschnitten zu Salat, Kräutersaucen und –suppen, zu Quark oder Joghurt, vermischt als Zugabe zu Rohkost; in manchen Gegenden wie Spinat zubereitet.

Schnittlauch (Allium schoenoprasum), auch Graslauch, Schnittling; ausdauernde Pflanze aus der Familie der Lauchgewächse (Alliaceae); riecht und schmeckt zwiebelartig-scharf, ist das ganze Jahr über zu schneiden; nach Petersilie das beliebteste Küchengewürz; wird fein gehackt oder geschnitten roh zu Salaten verwendet, vor allem zu Tomaten- und Gurkensalat, beliebt sind Schnittlauchbutter und –quark, Suppen, Schnittlauchsaucen zu Fisch, Fleisch und Fleischspeisen sowie Eierspeisen.

Sellerie (Apium graveolens), auch Eppich, Geilwurz, Küchensellerie, Zeller; eine Gemüse- und Gewürzpflanze aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae); gehört in der Küche als Knollen- und Salatsellerie zu den verbreitetsten Suppen- und Saucengewürzen; Bestandteil des Suppengrüns und des für Braten gebrauchten Wurzelwerks; frisch gehackte Sellerieblätter sind ähnlich wie Petersilie zu verwenden; getrocknet spielen sie bei der Herstellung von kochfertigen Suppen eine Rolle; zur Rohkost ist der Sellerie ebenso geeignet wie zu vielen Salaten, Brühen, Eierspeisen und Saucen, zu gekochtem Fisch und Fleischragouts, Gulasch, Rind oder Huhn.

Sternanis (Illicium verum), ostasiatische Anisart; wird als scharfes Gewürz verkauft und ist für Kompotte und Gebäck zu verwenden; ersetzt oft den eigentlichen Anis.

Thymian (Thymus vulgaris), auch Demut, Feldkümmel, Immenkraut, Küchenwürze, Römischer oder Welscher Quendel; das zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) zählende Kraut wächst auf Feldern, an Wegrändern oder felsigen Hängen; riecht angenehm würzig-aromatisch; passt gut zu Hackbraten und Leberknödeln, Rinder- und Gefügelbraten, Wildbraten und gebratenen Fisch, Kräutersaucen und –suppen, Kartoffeln- und Hülsenfruchtsuppen; als Wurstgewürz verwendet (Leberwurst). Thymianöl wird Hustenmitteln zugesetzt und spielt eine Rolle bei einigen Kräuterlikören und Teezubereitungen gegen Halsentzündung, daher auch als Heilpflanze.

Tripmadam (Sedum reflexum), auch Fette Henne, Taubenweizen; ein „altmodisches“ Küchengewürz aus der Familie der Dickblattgewürze (Crassulaceae); in Frankreich Trique-Madame genannt; junge, zarte Blatttriebe werden gehackt verwendet zusammen mit anderen Kräutern zu Gemüsesuppen, Kräutersaucen und Salaten, auch zu Rohkostgerichten und Kräuteressig.

Vanille (Vanilla planifolia), kletternde Pflanze aus der Familie der Orchideengewächse (Orchidaceae), zu verwenden sind die Schoten, die man am besten in Zucker aufbewahrt; dieser wird dann zum Würzen von Süßspeisen und bei der Konfekt- und Schokoladenherstellung benutzt.

Wacholder (Juniperus communis), auch Krammetsbeere, Kronawett, Machandel, Quackelbeere, Weckholder; Baum oder Strauch aus der Familie der Zypressengewächse (Cupressaceae); verwendet werden die würzig-balsamisch duftenden Scheinbeeren; sie messen 6-8 mm, sind im frischen Zustand blau bereift, getrocknet von schwarzbrauner Farbe; man fügt in der Küche ganze Beeren dem Sauerkraut zu, dem Rot- oder Weißkohl, aber auch dem Beizsud von Wild und Wildgeflügel, außerdem zu verwenden bei Fischsud und Fischmarinade; Gin und Genever werden mit Wacholderbeeren versetzt.

Waldmeister (Galium odorata), auch Maikraut, in Mitteleuropa in Buchenwäldern und an Wegrändern wild wachsendes Kraut aus der Familie der Rötegewächse (Rubiaceae); vor Erscheinen der kleinen weißen Blüten werden die noch grünen jungen Triebe gepflückt und als Essenz für die “Waldmeisterbowle“ oder „Maibowle“ verwendet; sonst als Zusatz zu den grünen Waldmeisterbonbons oder einer grünen Waldmeisterspeise (Götterspeise).

Wermut (Artemisia absinthium), auch als Absinth, Bitterer Beifuß, Würmel, Wurmtod; ausdauernde, in ganz Europa zu finden, der, bis zu 1,50 m hoher Halbstrauch aus der Familie der Korblütler (Asteraceae); als Tee oder Gewürz geeignet sind die Blätter, die man von den Blütenstielen abzupft, doch bitte vorsichtig dosieren, weil es auch zu Unbekömmlichkeiten kommen kann; erprobt bei Eisbein, Schweinebauch- und Rübeneintopfgerichten, wo man ein bis zwei Blätter mit kochen lässt; ist als Heilpflanze jedoch bekannter.

Ysop (Hyssopus officinalis), auch Eisop, Ispen, Kirchenseppli, Klosterysop; etwa 1 m hoher Halbstrauch aus dem Mittelmeerraum, der zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) zählt; die kräftig würzenden Blätter sind fein gehackt als Salatwürze verwendbar, zu Saucen, dicken Suppen und Bohnengerichten. Die Volksheilkunde empfiehlt Ysop als Mittel gegen Nachtschweiß sowie als Teezubereitung gegen Husten und Asthma, zum Gurgeln, daher auch Heilkraut.

Zimt , Rinde des aus Sri Lanka oder China stammende Zimtbaumes (Cinnamomum ceylanicum), die zu Röhrchen zusammengerollt wird; dient zum Würzen von Kompotten, Glühwein, Punsch oder Reisgerichten sowie vieles mehr.

Zitronenmelisse (Melissa officinalis), auch Frauenwohl, Herztrost, Honigblatt, Melisse Mutterkraut; ausdauernde Pflanze aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae); 60-100 cm hoch werdend; die Blätter haben beim Zerreiben, besonders vor der Blütezeit, einen angenehm zitronenartigen Geruch; passen in der Küche vor allem zu grünen Salat, Frischkost, Kräutersaucen, Wildgerichten und Pilzspeisen; auch Heilpflanze.

Zwiebel (Allium cepa), auch Bolle, Bülla, Küchenzwiebel, Oellig, Öse, Zippel; die zur Familie der Lauchgewächse (Alliaceae) zählende Küchenzwiebel wie auch die Winterzwiebel (Allium fistulosum) sind reich an Vitamin C; ihre Verwendung im Haushalt ist nahezu unbegrenzt als Zutat zu Salaten, Suppen, Gemüsen, und Fleischgerichten; die Perlzwiebel (Allium porrum) wird nur so groß wie eine Nuss, ist von runder Gestalt und schmeckt würzig.

Quelle: Bertelsmann Lexikon

 

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